Kaffee – Schlafräuber oder Schlummertrunk?

Schlafräuber oder Schlummertrunk?Dass der Konsum einer Tasse Kaffee auf unterschiedliche Menschen oftmals eine ganz verschiedene Wirkung zeigt, das ist sicher jedem von uns schon einmal aufgefallen. Immer wieder verblüffen uns Freunde, die auch zu fortgeschrittener Stunde einen Espresso trinken können, ohne dass sie anschließend unter Schlafproblemen leiden. Andere wiederum beklagen sich, dass schon alleine ein Schluck Kaffee ihren Puls und ihr Herz zum Rasen bringt. Wieso kann ein und dasselbe Getränk derart unterschiedliche Reaktionen bei uns Menschen auslösen?

Schuld ist einzig und alleine das Koffein und die Tatsache, dass unsere Enzyme in der Leber unterschiedlich arbeiten. Nicht alle Menschen bauen es gleich schnell ab. Außerdem wird der Koffeinabbau auch durch Umwelteinflüsse und weitere Faktoren beeinflusst. Dies hat zur Folge, dass die Verweildauer des Koffeins in unseren Blutbahnen sehr unterschiedlich sein kann. Kreist das Koffein länger durch unseren Organismus, so spüren wir auch dessen anregende Wirkung umso länger.
Vor allem Leute, die nur selten Kaffee, grünen Tee, Coca-Cola, Red Bull oder schwarzen Tee trinken, werden mit dem Einschlafen umso mehr Probleme haben, wenn sie plötzlich abends eine Tasse zu sich nehmen. Vorsicht ist auch bei kleinen Kindern geboten. Bei ihnen sollten koffeinhältige Getränke oder Süßigkeiten mit Kaffee vermieden werden, denn sie bauen die aufputschende Substanzen ungleich langsamer ab als wir Erwachsene. Außerdem ist die Konzentration, in der das Koffein in ihren Blutbahnen auftritt, wesentlich größer und somit die Wirkung um ein Vielfaches verstärkt.
Wer hingegen als Erwachsener täglich Kaffee konsumiert, der wird die aufputschende Wirkung deutlich weniger bemerken. Hier stellt sich ein gewisser Gewohnheitseffekt ein und Kaffee wird nicht mehr zum Schlafräuber.

Interessant sind aber auch die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien, von denen klar hervorgeht, dass Kaffee bei manchen Menschen sogar als Schlummertrunk dienen kann. Es handelt sich hierbei vorwiegend um ältere Personen, die vor allem während des Schlafens von der anregenden Wirkung des Koffeins profitieren. Es fördert die Durchblutung und aktiviert dadurch auch ihr Schlafzentrum. Außerdem verhindert das Koffein über einen längeren Zeitraum, dass der Blutdruck zu stark absinkt. Ältere Leute haben nicht selten Schlafstörungen, wenn sie einen zu niedrigen Blutdruck aufweisen oder an einer Herzschwäche leiden. Sie wachen nachts immer und immer wieder auf. Sobald der Blutdruck so tief absinkt, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet werden kann, reagiert der menschliche Körper, in dem er den Betroffenen aufwachen lässt. So kommt der Kreislauf wieder kurz in Schwung und der Blutdruck steigt für kurze Zeit wieder an. Nicht selten wiederholt sich dieses Schlaf- und Aufwachritual gleich mehrfach während einer einzigen Nacht. Die Betroffenen werden nachts kaum Erholung finden und leiden meist sehr darunter. Bei ihnen verschafft eine Tasse Kaffee vor dem Schlafgehen oftmals eine Linderung der Symptome und bewirkt mitunter wahre Wunder.

Fotoquelle: www.pixelio.de
Fotograf: marabou

Eine Reaktion zu “ Kaffee – Schlafräuber oder Schlummertrunk? ”

  1. wobus

    also… ich kann das nur bestaetigen. wenn ich nicht schlafen kann, hilft immer ein „kippe“ und eine tasse kaffee. gruß & toller artikel ;)

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