Ersatzkaffee: Alles was man über den „Muckefuck“ wissen sollten

Ersatzkaffee: Alles was man über den „Muckefuck“ wissen solltenErsatzkaffee kennt man hierzulande unter den verschiedensten Begriffen. Die einen nennen ihn Landkaffee oder Kaffeeersatz oder eben „Muckefuck“, eine Bezeichnung, die sich aus dem französischen Begriff „Mocca faux“ für „falschen Kaffee“ ableiten ließe. Die meisten Sprachwissenschaftler halten jedoch eine Wortzusammensetzung aus „Mucke“ für „braunen Holzmulm“ und „fuck“ von „faul“ für plausibler.
Es gibt ihn in vielerlei Sorten, angefangen vom Malzkaffee, dem Getreidekaffee, dem Gerstenkaffee bis hin zum Früchtekaffee. Schon vieles wurde hier geröstet, so zum Beispiel auch Eicheln, Feigen, Löwenzahn, Lupinien, Hagebutte, Bucheckern, Dattelkerne, Spargel oder Maiskörner. Selbst mit Kartoffeln und Möhren wurde in der Vergangenheit bereits Ersatzkaffee produziert. Meist wird er aber aus einer Mischung von unterschiedlichen Getreidearten (u.a. Gerste, Roggen und Dinkel) und Zichorien hergestellt. Muckefuck ist also von seinem Geschmack her ein kaffeeähnliches Getränk, enthält aber im Gegensatz zum echten Espresso kein Koffein.

Bereits im alten Babylon und auch zu Zeiten der Pharaonen war es nicht unüblich Körner zu rösten, um daraus ein Brühgetränk herzustellen. Im 17. Jahrhundert fand dann die mit der Gemeine Wegwarte verwandte Zichorie erstmals Erwähnung, als eine findige Hausfrau auf den Gedanken kam, die Wurzeln dieser Pflanze zu rösten und zu mahlen. Unverkennbar war der stark an Bohnenkaffee erinnernde Geschmack. Und die Zichorie hatte gleich noch einen weiteren Vorteil: Durch den Röstvorgang entstanden auch hier aufputschend wirkende Substanzen aus der Familie der Beta-Carboline. Ähnliche Präparate finden seit jeher Verwendung in den Zaubertränken der in Südamerika lebenden Indios.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Deutschland die erste Zichorienfabrik errichtet und nicht selten mengte man den billigeren Wurzelkaffee den teuren Bohnenkaffee bei. Aber der Durchbruch des Muckefucks gelang, als zu Beginn des 19. Jahrhunderts Napoleon eine Kontinentalsperre einberufen ließ und die Mitteleuropäer einen schnellen und guten Ersatz für das beliebte heiße Getränk aus den exotischen Kaffeebohnen suchten.
Populär wurde Mitte des 19. Jahrhunderts auch der so genannte „Gesundheitskaffee“ aus Gerste. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Ersatzkaffee wieder zunehmend in Vergessenheit. Die immer wieder aufflammenden Diskussionen rund um das Acrylamid, taten ihr übriges. Hierbei sollte man sich aber vor Augen halten, dass die in Röstkaffee gemessenen Werte meist kaum geringer waren. Der heute im Handel erhältliche Muckefuck ist aus medizinischer Sicht meist sogar gesünder als das Brühgetränk aus den gerösteten, braunen Bohnen. Und so kommt es, dass Ersatzkaffee derzeit wieder eine kleine Renaissance erlebt, vor allem im Zuge der Naturkostbewegung. So gibt es mittlerweile hochqualitative Instantprodukte biologischen Ursprungs im Handel wie beispielweise der Getreidekaffee Yannoh Instant aus Gerste, Roggen, Zichorie und Eicheln oder die Variante mit feinem Vanillearoma: Getreidekaffee Yannoh Instant Vanille. Eine echte Alternative für gesundheitsbewusste Leute, die aus gesundheitlichen Gründen kein Koffein zu sich nehmen dürfen und keinen entkoffeinierten Kaffee trinken möchten!

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