Wie lange verweilt das Koffein in unserem Blut?

So unterschiedlich die Menschen, so verschieden auch die Wirkung die Koffein auf jeden einzelnen von uns hat. Die Ursache liegt in der Abbaugeschwindigkeit. Koffein wird in unserer Leber von einem Enzym namens Cytochrom inaktiviert und im Anschluss in Form von Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Die maximale Konzentration im Blut wird in etwa nach einer halben bis dreiviertel Stunde erreicht und normalerweise sinkt sie innerhalb von vier Stunden dann wieder auf die Hälfte ab.

Aber nicht alle Menschen reagieren gleich, da ihr Cytochrom unterschiedlich effektiv arbeitet und von zahlreichen Umweltfaktoren beeinflussbar ist. Frauen bauen Koffein beispielsweise meist nicht so schnell ab wie Männer. Problematisch ist es vor allem bei Kleinkindern. Bei ihnen hält die Wirkung deutlich länger an als bei erwachsenen Menschen. Bei Neugeborenen beträgt die durchschnittliche Halbwertszeit des Koffeins im Blut ganze 82 Stunden und bei einem vier Monate alten Baby immerhin noch 14 Stunden. Problematisch in diesem Zusammenhang ist auch die Konzentration, die das Koffein im Blut eines Kindes aufweist. Bei einem dreißig Kilo schweren Kind haben drei Dosen Cola ungefähr dieselbe Wirkung wie sechs Tassen Kaffee bei einem Erwachsenen. Nervosität und Schlafstörungen sind die Folge. Auch bei älteren Menschen zeigt das Koffein eine deutlich stärkere Wirkung, da bei ihnen der Anteil an freiem Koffein im Blut deutlich erhöht ist gegenüber jüngeren Personen.
Aber nicht nur das Geschlecht und das Alter spielen eine Rolle, die Abbaugeschwindigkeit wird außerdem von Tabak, Sulfonamiden und dem Antibiotikum Rifampicin beeinflusst. Diese Substanzen beschleunigen den Abbau, indem sie das Cytochrom stimulieren. Raucher scheiden somit das Koffein viel schneller wieder aus. Bei ihnen beträgt die durchschnittliche Halbwertszeit des Koffeins im Blut nur ungefähr 2,5 Stunden.

Es gibt aber auch Substanzen, die das Enzym hemmen und den Abbau verlangsamen, so zum Beispiel das weibliche Hormon Östradiol (kommt in der Antibabypille vor) oder durch das Trinken von Grapefruitsaft. Dies bedeutet soviel wie, dass das Koffein dadurch länger in unseren Blutbahnen verweilt und umso länger auch seine Wirkungsmechanismen entfalten kann. Bei einer schwangeren Frau wird eine Tasse Kaffee mitunter einen ganzen Tag lang Wirkung zeigen. Das Koffein liegt dann auch in derselben Konzentration im Blut des ungeborenen Kindes vor, so dass Schwangere ausschließlich entkoffeinierten Tee oder entkoffeinierten Kaffee trinken sollten.

Eine Reaktion zu “ Wie lange verweilt das Koffein in unserem Blut? ”

  1. Michael

    Interessant! Ich finde mich – dank Blogfever – schon vermehrt hier lesen!

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