Schmerzlinderung durch Kaffeegenuss

Schmerzlinderung durch KaffeegenussKoffein, für Leute mit erhöhtem Blutdruck ein eher unerwünschter Inhaltsstoff der Kaffeebohnen, für viele anderen aber die Wunderwaffe schlechthin gegen die morgendliche Müdigkeit. Es wirkt jedoch nicht nur aufmunternd, es steigert auch unsere Aufmerksamkeit und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Seine Wirkung auf unser Kurzzeit- sowie Langzeitgedächtnis konnte bereits wissenschaftlich bewiesen werden. Und neueste Studien aus den Vereinigten Staaten zeigen, dass Koffein sogar noch mehr kann. Sportwissenschaftler auf der University of Georgia in Athens fanden heraus, dass es vorbeugend gegen Muskelschmerzen wirkt, die nach einem Krafttraining bzw. Workout auftreten. Diese konnten bis zu fast 50% reduziert werden. Und das bedeutet, dass Koffein in diesem speziellen Fall sogar deutlich effektiver war als altbekannte Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen. Aspirin kam in einer Vergleichsstudie auf einen Schmerzlinderungsfaktor von nur ca. 25%.
Eine kleine Einschränkung gibt es jedoch. Diese Versuche wurden ausschließlich mit Frauen durchgeführt, die nicht regelmäßig trainieren und die nur äußerst selten Koffein zu sich nehmen. Bei Leuten, die täglich eine Tasse Kaffee oder viel Coca-Cola und Red Bull trinken, wird dieser nachgewiesene Effekt also eher nicht eintreten, da sich ihr Körper bereits an einen höheren Koffeinkonsum gewöhnt hat.

Wissenschaftler mahnen vor zuviel Euphorie: Auch wenn Koffein Schmerzen zu lindern vermag, so sollte jetzt nicht vor jedem Training noch schnell einen Espresso getrunken werden und ebenso wenig sollte man voreilig immer seine Workout-Trinkflaschen mit Kaffee auffüllen. Zu unerforscht sind hier noch all die anderen möglichen Auswirkungen auf unseren Kreislauf. Ebenso gilt es abzuklären, ob Männer in einem analogen Experiment ähnlich reagieren.
Wie und ob Koffein jemals in der Medizin gezielt bei der Schmerzbekämpfung zum Einsatz kommen könnte, bleibt bis auf weiteres unklar. Es müssen noch viele groß angelegte Studien folgen, bis wir alle Wirkungsweisen dieses äußerst vielseitigen Inhaltstoffes der Kaffeebohne aufdecken und verstehen werden.

(Quelle)

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