Der Espresso – italienische Kaffeekultur

Kaum unter Druck gesetzt ist er auch schon fertig, der kräftige Espresso bedeckt mit einer Crema Haube und mit seiner unverwechselbaren Duftnote. Bereits der Name verrät es: Espresso ist der Schnelle. Er wird unter Druck gebrüht und setzt sich meist aus etwa 7 g sehr feingemahlenem Kaffeepulver und 25 ml Wasser zusammen. Am besten schmeckt der „kleine Schwarze“ aus der Espressomaschine mit frisch gerösteten Bohnen und frisch gemahlenem Pulver.

Espresso Kaffee gilt als magen- und herzfreundlicher als normaler Kaffee, da er weniger Bitterstoffe und Koffein enthalten soll. Dies liegt nicht alleine am schnellen Brühvorgang sondern auch an der italienischen Röstung, die länger andauert und eine Verringerung des Säure- und Koffeinanteils bewirkt. Die Bohnen der klassischen italienischen Röstung haben in der Regel ein dunkleres Erscheinungsbild.

In Italien heißt es kurz und bündig „un caffè per favore!“. Espresso gibt es aber in unterschiedlichen Varianten. So ist der Espresso lungo ein „langer“, verdünnter, weniger konzentrierter Kaffee, bei dem mehr Wasser durch das Pulver gepresst wird, der Espresso corto stark, dunkel und mit wenig Wasser („corto“ bedeutet soviel wie „kurz“) und der Espresso ristretto ein doppelkonzentrierter, meist schon sehr herber Espresso. Die Verwendung der Bezeichnungen von „corto“ und „ristretto“ ist aber regional unterschiedlich. Wer einen Espresso doppio bestellt bekommt ihn in doppelter Ausführung. Es gibt ihn auch als Espresso doppio ristretto, ein Getränk nachdem sich wohl jeder die Nacht um die Ohren schlagen kann.

Darüber hinaus gibt es auch noch die modernen Varianten des Espressos wie zu Beispiel der Caffè macchiato mit seinem Häubchen aus geschäumter Milch. Optisch besonders reizvoll ist der allseits sehr beliebte, nicht leicht herzustellende Latte macchiato. In einem hohen, schmalen Glas erscheinen drei klar abgetrennte, unterschiedlich gefärbte Schichten: ganz unten die leicht bräunliche Milch, darüber der dunkle Espresso und obenauf der weiße Milchschaum. Geschmacklich ähnlich der Latte macchiato unserem Milchkaffee. Ebenfalls in hohen Gläsern serviert wird der Caffè freddo. Er ist eisgekühlt und meistens schon gezuckert. Beim Caffè latte wird dem Espresso heiße Milch beigemengt, beim berühmten Cappuccino hingegen heiße, aufgeschäumte Milch. Den Cappuccino gibt es als „chiaro“ (hell) mit mehr Milch, als „scuro“ (dunkel) mit weniger Milch oder eisgekühlt als „freddo“.

Zu den exklusiveren Varianten des Espressos zählt der Espresso Correto, der mit Grappa, Vecchia Romagna, Cognac oder Sambuca verfeinert wird. Der in Turin erfundene Bicerin ist ein süßer Espresso mit echtem Kakaopulver, einer Prise Zimt und einem Häubchen aus aufgeschäumter Milch.

Die Crema: Die gute Qualität eines Espressos macht sich an seiner berühmten „Cremehaube“ bemerkbar. Ihre feinen Schaumbläschen sollten eine geschlossene goldbraun Decke ausbilden und von dünnen, beigefarbenen Schlieren durchzogen sein. Weist die Crema eine dunkelbraune Farbe auf, ist der Espresso vermutlich verbrannt. Sie sollte außerdem von so fester Konsistenz sein, dass der Zucker nicht sofort durch diese Schicht hindurch sinkt.

Tipp: Wenn man die Tassen vorwärmt, gelingt die Crema am besten!

Einen Kommentar schreiben

Hinweis: Ihr Kommentar wird vor der Freischaltung von uns auf SPAM geprüft.