Die Aufbereitung der Kaffeesamen

Die Samen im Inneren der roten reifen Früchte des Kaffeestrauches müssen nach der Ernte einem aufwändigen Aufbereitungsverfahren unterzogen werden, zumal sie in ihrem rohen Zustand weder genussfähig noch ausreichend haltbar sind.
Vor dem Transport müssen die Kaffeebohnen von ihrem weißlichen Silberhäutchen bzw. Pergamenthäutchen befreit werden sowie von Schleim und dem gesamten Fruchtfleisch („Pulpe“). So wird der Bohne ein Großteil der Feuchtigkeit entzogen und eine gute Haltbarkeit verliehen.

Dies kann auf dreierlei Arten geschehen, entweder in Form einer trockenen oder einer nassen Aufbereitung sowie durch Kombination beider Verfahren. Die einfachste und preiswerteste Methode ist die Trockenaufbereitung, die jedoch zu Lasten der Qualität geht. Die reifen Früchte werden hierfür auf einer großen betonierten Grundfläche gleichmäßig verteilt und etwa drei bis fünf Wochen in der Sonne getrocknet. Dabei werden die Kaffeekirschen immer wieder gewendet und vor Niederschlägen, Feuchtigkeit und kalten Temperaturen geschützt. Die anschließende Extraktion der einzelnen Bohnen findet in einer Schälmaschine statt. Es ist vor allem Robusta-Kaffee, den man auf diese Weise trocknen lässt. In Brasilien sowie Äthiopien werden allerdings auch der hochwertige Arabica-Kaffeebohnen so aufbereitet.

Weitaus schonender ist die Nassaufbereitung. Hierfür werden pro Kilo Rohkaffee an die 150 Liter reines Wasser benötigt, etwas das in trockeneren Anbaugebieten ein großes Problem darstellt. Die Kaffeekirschen werden bei dieser Methode mit Wasser geschlämmt und von Fremdkörpern und minderwertigen, unreifen Früchten befreit. In einem sogenannten „Pulper“ wird das Fruchtfleisch entfernt und im Anschluss verweilen die Bohnen einen ganzen Tag lang in einem Fermentationsbecken, wo ihnen die restlichen Verunreinigungen entfernt werden. Nach einem abschließenden Waschgang müssen die Kaffeebohnen noch 10 bis 15 Tage trocknen.

Darüber hinaus gibt es noch die halbtrockene Aufbereitung, eine Wasser sparende und Umwelt schonende Kombination aus trockenem und nassem Verfahren. Bei dieser Methode wird die „Pulpe“ maschinell entfernt und mit den noch daran haftenden Fruchtfleischresten zum Trocknen ausgebreitet.

Am Ende aller drei aufwändigen Aufbereitungsprozesse liegen die trockenen und sauberen Kaffeebohnen vor, die nach einem letzten Reinigungsschritt nun nur noch nach Farbe, Größe und Dichte sortiert und klassifiziert werden müssen. Anschließend werden sie in Fässer, Säcke oder Spezialcontainer verpackt und noch im ungerösteten Zustand auf eine lange Reise geschickt.

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