Die Geschichte des Kaffees

Geschichte des KaffeesDie Urheimat des Kaffeestrauchs liegt in der Region „Caffa“, den Bergwäldern im abessinischen Hochland des heutigen Äthiopien sowie im benachbarten Kenia. Die dort vorbeiziehenden Nomadenstämme waren vermutlich die allerersten, die seine Früchte gekaut haben.

Viele Mythen ranken sich um die geheimnisvolle Bohne. So soll einst um das Jahr 850 einem Ziegenhirten namens Kaldi aufgefallen sein, wie einige seiner sonst eher zahmen Schützlinge plötzlich lebhaft und unruhig umher sprangen, nachdem sie sich an den Zweigen des Kaffeestrauches zu schaffen gemacht hatten. Er bat die Mönche aus dem nahen Kloster um Rat. Diesen weisen Männern sagt man nach, dass sie das erste Aufgussgetränk aus den Bohnen angefertigt haben sollen. Zunächst nur aus gegorenen Beeren, später entdeckte man dass sie im zerstampften Zustand weitaus mehr Aromastoffe abgeben und weil einer die im rohen Zustand ungenießbaren Früchte angewidert ins Feuer spuckte, kamen die Mönche aufgrund des herrlichen Dufts schließlich auch auf Idee des Röstens. Das Getränk, das nun erfunden war, schmeckte aber nicht nur gut, es hielt sie auch wach während ihrer langen Gebetsnächte. Die wohltuende, belebende Wirkung sprach sich schnell im ganzen Land herum und schon bald tranken auch die Generäle und Soldaten ihren ersten „ Kaffee“.

Anderen Überlieferungen zufolge spielte sich diese Geschichte im arabischen Morgenland in der Nähe des Klosters Schehodet ab, wo die Mönche Kaffeezweige während der Regenzeit zum Trocknen über das offene Feuer gehängt hatten.
Auch Mohammed soll seine Hand im Spiel gehabt haben. Nach einer islamischen Legende heilte Erzengel Gabriel den Propheten mit dem Gebräu so erfolgreich von seiner schweren Schlafsucht, dass dieser voller Tatendrang in nur einer Nacht gleich 40 Jungfrauen in die Welt der Liebe einweihte.

Wie das Geheimnis der Kaffeebohnen tatsächlich entdeckt wurde, und ob an einer der reichlich ausgeschmückten Legenden auch ein Kern Wahrheit dran ist, das wird wohl heute kaum ein Historiker mehr nachvollziehen können. Erwiesen ist lediglich, dass im Laufe des 15. Jahrhunderts einige Kaffeesträucher in den Jemen gebracht wurden und dort die ersten großflächigen Kulturen auf künstlich bewässerten Küstenhängen am Ufer des Roten Meeres entstanden.

Alkohol war nach islamischen Glauben Tabu, so kam dieses neue Genussmittel den Vorderasiaten sehr gelegen. In den heiligen Städten des Islams Mekka und Medina war Kaffee indes so beliebt geworden, dass dort bereits im 15. Jahrhundert die weltweit ersten Kaffeehäuser eröffnet wurden. Dank Metallkessel hatte man endlich auch das Brühen der Bohnen „erfunden“. Kein Wunder also, dass heute die Araber als die ersten richtigen Kaffeegenießer gelten.

Es dauerte nicht lange und das aufmunternde Getränk eroberte das gesamte arabische Reich. Das Monopol im florierenden Welthandel mit Kaffee lag lange Zeit in der Hand der Araber und Mokka (Al-Mukha), eine jemenitische Hafenstadt am Roten Meer, galt einst als bedeutendste Handelshauptstadt. Später machten die Osmanen ihnen das Monopol streitig.

Über den Seeweg gelangte der Kaffee nach England, Holland, Italien und Frankreich. Das erste Kaffeehaus auf europäischen Boden wurden in Venedig im Jahr 1640 eröffnet. Später folgten Oxford, Paris, London und Hamburg im Jahr 1673. Fanatische Christen forderten Papst Clemens der VIII. auf, das „satanische Getränk“ aus dem Morgenland zu verdammen. Dieser war jedoch von seiner duftenden Tasse Kaffee so angetan, dass er es vielmehr für eine Sünde hielt, solch Kostbarkeit den Moslems zu überlassen. Er „taufte“ seine Tasse, verlieh dem Getränk seinen päpstlichen Segen und von nun an setzte der Kaffee seinen Siegeszug durch die Welt unaufhaltsam fort.

Holländische Seemänner brachten die Kaffeesträucher nach Sumatra und Java, von dort gelangten sie schließlich auch nach Süd- und Mittelamerika. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Kaffee zu den am meisten verbreiteten Kulturpflanzen. Der Kult rund um das Getränk war zu diesem Zeitpunkt bereits so groß, dass man allein in der Stadt Venedig im Jahr 1760 an die 200 Kaffeehäuser zählte.


Woher stammt die Bezeichnung „Kaffee“?

Das Wort „Kaffee“ stammt vermutlich nicht von dem abessinischen Königsreich namens „Caffa“ sondern vom altarabischen Terminus „qahwah“, das oft als „Stärke Verleihender“ übersetzt wird, aber in Wirklichkeit vom Verb „aufmuntern“ kommt. Als „qahwah“ bezeichneten die Araber einst auch den Wein sowie andere als Pflanzen gewonnene Getränke.
Später wurde das Wort von den Türken als „gahvé“ ausgesprochen. Wir Europäer machten dann schließlich unseren Kaffee oder café daraus und genießen heute einen coffee oder caffè.

Fotoquelle: pixelio.de
Fotograf: Christina Wolfs

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